Unterwegs im SMV-Dschungel – wo geht´s lang?

Die Jugendlichen sollen Charakteristiken, Regularien, Schwierigkeiten, Chancen und Möglichkeiten der SMV-Arbeit erarbeiten und sich dabei als Akteur begreifen, dessen Handeln bzw. Nichthandeln das Schulleben beeinflusst. Ziel ist es, dass sie verstehen und lernen, sich in diesem Spektrum bewegen zu können. Zudem werden die Schüler animiert, sich aktiv als Mitgestalter von Schule zu verstehen und das Aktionsfeld nach den Bereichen Verantwortung, Verwaltung und Vertretung ausgelotet.

Wo?: Jugendbildungstätte der KAB und CAJ gGmbH, Schloßhof 1,  93349 Waldmünchen

Wann?: 19.09.2014, 9:15 – 20.09.2014, 18:45

Wie viel?: 60,00 €

Emailkontakt: office@jugendbildungsstaette.org

Internet: http://www.jugendbildungsstaette.org

Tel.: 09972/9414-0

Fax: 09972/9414-33

 

Schülervertretung in Europa

Das AKSB Projekt „Innovativ-Vernetzt-Demokratisch — Schülervertretung in Europa“ hat einige Ergebnisse, Ideen und Anregungen von Multiplikator/innen für Multiplikator/innen hervorgebracht, um sie für zukünftige Seminareinsätze anwendbar zu machen. Die Idee einer grenzüberschreitenden Vernetzung von Schülervertretungen ist bei vielen der angesprochenen Akteur/innen auf großes Interesse gestoßen, einige haben sie sogar bereits in die Tat umgesetzt (siehe „Students’ impACT: Active Citizenship in European Schools“).

Wie können zukünftige Seminaransätze gelingen? Was ist dabei zu beachten?

Zum Beispiel ist es eine Möglichkeit, zukünftig in SV-Seminaren mit festen Schulgruppen stärker europaorientiert zu arbeiten und einen Austausch mit den SVen der jeweiligen Partnerschulen im Ausland anzustreben. Hierfür benötigt es zur Unterstützung einen festen Ansprechpartner auf der anderen Seite.

Vor allem aber müssen im Vorfeld wichtige Rahmenbedingungen geklärt werden, die für ein Gelingen grundlegend sind:

  • Welcher zeitliche Rahmen steht für ein Seminar zur Verfügung? (Ferienzeiten im Partnerland, Prüfungsphasen, Wochenendunterricht, etc.)
  • Wie ist die technische Ausstattung am Seminarort und bei den europäischen Partnern? Sind die Möglichkeiten zur Web-2.0-Nutzung für den Austausch gegeben? Gibt es einen Skypezugang auf beiden Seiten? Besitzen die Beteiligten die Fähigkeit zu Nutzung der vorhandenen bzw. gewählten technischen Ressource?
  • Welche Verhaltensregeln seitens der Gesprächspartner sind wichtig bei der Kommunikation über soziale Medien? (Verhaltenskodex mit den Teilnehmenden erarbeiten)
  • Welche Sprache soll für den Austausch genutzt werden? Sind die Teilnehmenden in der Lage in der gewählten Sprache zu kommunizieren? Welche Unterstützung kann seitens der Seminarleitung geboten werden?
  • Welche Informationen sollten den Beteiligten auf allen Seiten bereits vorab vorliegen bzw. von ihnen erarbeitet werden? (Informationen über die jeweiligen Schulsysteme, Auseinandersetzung mit SV-Strukturen, etc.)
  • Welche interkulturellen Kompetenzen seitens der Teilnehmenden bedarf es vorab und wie können diese erlangt werden? Welche Methoden können hierfür verwendet werden?
  • Und ganz wichtig: es muss ein Plan B vorhanden sein, sollte der Web-2.0-Austausch spontan nicht sattfinden können (technische Probleme, Zuverlässigkeit der Projektpartner, etc.)

Wie wünschen Ihnen und Euch viel Spaß und gutes Gelingen in der grenzüberschreitenden Seminararbeit.

Schülervertretung in Europa

Das AKSB Projekt „Innovativ-Vernetzt-Demokratisch – Schülervertretung in Europa“ hat mit der SV-Tagung im April 2013 in Berlin 29 Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren erreicht. Neben Schüler/innen aus der aktiven SV-Arbeit an Schule waren auch junge Erwachsene aus den überregionalen SV-Strukturen anwesend. Von Beginn an wurde deutlich: die Idee der AKSB, zukünftig eine stärkere Vernetzung von deutschen und ausländischen SVen anzustreben und zu unterstützen, ist absolut richtig und kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. Zwar fehle in den Augen vieler Schülerinnen und Schüler als Zwischenschritt eine funktionierende bundesweite Vernetzung, Zusammenschlüsse auf Länderebene (Landesschülervertretungen) scheinen aber oft sehr gut zu funktionieren.

Eines der Highlights der Begegnung war der Skype-Austausch mit einer russischen Schülervertretung . Die Teilnehmenden äußerten sich positiv überrascht über die Arbeit der russischen SV und die Ähnlichkeit der Projekte und Themen im Vergleich zur SV-Arbeit in Deutschland.

Rückblickend kann festgehalten werden – diese Tagung war in vielerlei Hinsicht ein Erfolg. Die Idee der AKSB einer europäischen Vernetzung im Bereich der Schülervertretungsarbeit hat bei den Teilnehmenden einige zukunftsträchtige Ideen hervorgerufen:

Die im Rahmen der Tagung durch einen der Teilnehmenden ins Leben gerufenen facebook-Seite „SV in Europa“ erscheint als erster Anstoß für die Schülerinnen und Schüler sich zukünftig stärker zu vernetzen, über aktuelle Themen zu diskutieren und einen europäischen Austausch anzustoßen. Zudem entstand innerhalb der Runde der Schüler/innen die Idee, sich stärker über die SV-Arbeit ihrer Partnerschulen im Ausland zu informieren, diesbezüglich Kontakt aufzunehmen und diesen während des Austauschs vor Ort zu intensivieren.

Wen könnt ihr ansprechen bei Fragen rund um die SV-Arbeit oder der Planung eines Schülervertretungsseminars?
•   eure Verbindungs- oder Vertrauenslehrer
•   die Landesschülervertretungen Eures Bundeslandes
•   die Geschäftsstelle der AKSB oder Mitgliedseinrichtungen, die SV-Seminare anbieten
•   das SV-Bildungswerk

Wer kennt sich aus in Fragen rund um europaweite SV-Arbeit?
OBESSU, der europäische Dachverband nationaler Schüler- und Schülervertretungs-organisationen mit Sitz in Brüssel

Was müsst ihr klären, wenn ihr euch mit anderen SVen in Europa vernetzen wollt?
•   Gibt es an bereits bestehenden Partnerschulen SV-Arbeit?
•   Wie sind Schulsystem und SV-Strukturen des jeweiligen Landes?
•   Welche sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten gibt es?
•   Wie genau soll der Austausch aussehen (SV-Seminar, Jugendbegegnung, Web 2.0)?
•   Wie sind die technische Voraussetzungen (Skype, etc.) vor Ort in beiden Ländern?

Students’ impACT: Active Citizenship in European Schools

Gemeinsam mit dem Haus am Maiberg aus Heppenheim und FAR, dem Verein für demokratische Bildung aus Burgas/Bulgarien waren 21 Schülervertreterinnen und -vertreter aus Bulgarien und Deutschland eine Woche auf den Spuren von Jugendbeteiligung in Europa in Berlin unterwegs. Gefördert wurde das Jugenddemokratieprojekt vom EU-Programm Jugend in Aktion.

Dabei waren Jugendliche des Goethe Gymnasiums aus Burgas, der Liebfrauenschule und des Goethe Gymnasiums aus Bensheim sowie des Max-Plack-Gymnasiums aus Groß-Umstadt. Ziel war es nicht nur sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen, sondern sich auch in vielen Gesprächen auf die Suche nach Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen in der EU und konkret in Deutschland zu begeben.

Ein Höhepunkt dabei waren wohl die Gespräche mit Vertreter/innen der fünf Jugendorganisationen der Parteien im Bundestag: Junge Union, Grüne Jugend, Linksjugend solid, JuLis und Jusos Berlin Fragen zu ihrem politischen Engagement stellen. Ein unpolitisches Familienhaus kann genauso ein Grund sein wie Parteitradition in der Familie oder Eltern, die im Widerstand in der DDR aktiv waren und die Möglichkeit zur Partizipation als wichtigen Wert weiter gegeben haben. Für andere spielt die aktive Mitgliedschaft in der Schülervertretung (SV) oder die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen eine Rolle bei der Entscheidung sich in einer politischen Jugendorganisation einzubringen. Auch Fragen danach, wie groß sie ihren eigenen Einfluss einschätzen und inwieweit sie sich vorstellen können, auch später in der jeweiligen Mutterpartei aktiv mitzuarbeiten diskutierten die Vertreter/innen mit sehr unterschiedlichen Meinungen.

Im November 2012 hatte bereits ein SV-Seminar im Haus am Maiberg stattgefunden. In einer Skype-Konferenz mit zwei bulgarischen Schülervertreterinnen waren hierbei Projektideen entstanden, die in einigen Schulen auch schon durchgeführt wurden. So erzählten Tale Meier und Lilian Hohmann von der SV des Goethe Gymnasiums aus Bensheim von ihrem Workshop zum Thema Cybermobbing in den sechsten und achten Klassen. Sophia Schaller und Patrizia Eisele von der Liebfrauenschule hatten vor wenigen Monaten mit ihrer SV zum ersten Mal ein Poetry Slam organisiert. In Berlin entwickelten die Teilnehmerinnen die Idee weiter, dieses kulturelle Projekt mit anderen Schulen gemeinsam für Bensheim auszuweiten. Die bulgarische Gruppe bietet mittlerweile eine umfangreiche Studienberatung an ihrer Schule an. So wollen sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zuverlässige Informationen über Studienmöglichkeiten im In- oder Ausland zur Verfügung stellen, ohne dass diese dafür Geld bezahlen müssen.

Aber die Jugendlichen blickten nicht nur auf vergangene und zukünftige Projektarbeit, sondern auch in die deutsche Geschichte des letzten Jahrhunderts: Die Ausstellung „GrenzErfahrungen“ im „Tränenpalast“ am S-Bahnhof Friedrichstraße war ein Highlight für viele Teilnehmende bei der Jugendbegegnung in Berlin. Das Gebäude diente zu DDR-Zeiten der kontrollierten Ausreise aus der DDR nach West-Berlin. An diesem historischen Ort wird schnell deutlich, dass Beteiligung an und Gestaltung von Politik nicht immer selbstverständlich waren und sind. Dies bestätigte sich auch in dem Workshop von Vesela Hristova vom Goethe Gymnasium Burgas und FAR zum Thema Partizipation und Kommunismus. Wie sich Jugendliche mit ihrer Meinung und ihren Ideen in der Europäischen Union einbringen können, machte Sascha Sauerteig von der Vertretung der EU-Kommission deutlich, sei es durch eine EU-Bürgerinitiative oder einen Brief an die oder den Abgeordnete/n im Europäischen Parlament. Durch gemeinsame Aktionen, wie ein Tanz auf dem Alexanderplatz, um auf die Mitarbeit in der Schülervertretung aufmerksam zu machen, oder eine Foto- bzw. Interviewsafari zu Politik im Alltag in Prenzlauer Berg und Kreuzberg lernten die Jugendlichen sich und die Hauptstadt besser kennen.

Die Jugendlichen sowie die Mitarbeitenden von FAR und dem Haus am Maiberg gehen mit neuen Impulsen in die Sommerpause, um diese nach den Ferien umzusetzen: Vernetzung der SVen in Bensheim für konkrete Projekte, ein Rap-Slam in Groß-Umstadt und politische Bildung in Burgas stehen unter anderem auf der Tagesordnung.

Hanne Kleinemas und Anna-Lena Osterholt, Haus am Maiberg

Anm. d. Red.: Die Idee zu diesem Seminar entstand im Rahmen des AKSB-Projekts „Schülervertretung in Europa“

Didado-Spezial zu grenzüberschreitender SV-Arbeit

Im Rahmen der didaktischen Dokumentation (Didado) der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke ist ein Didado-Spezial erschienen, das die Arbeit des Projektes „Schülervertretung in Europa“ aufgreift und spannende Links sowie erprobte Methoden zur grenzüberschreitenden Arbeit mit Schülervertretungen vorstellt. Das Heft kann hier heruntergeladen werden.